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Haarwachstumszyklen und Telogen Effluvium verstehen

Last reviewed: 21. März 2026 07:02
Jedes Haar auf Ihrem Kopf folgt einem vorhersehbaren Wachstumszyklus, der aus drei Hauptphasen besteht: Anagen (aktives Wachstum), Katagen (Übergang) und Telogen (Ruhe und Ausfall). Das Verständnis dieser Phasen ist essenziell für die Interpretation von Haarausfallmustern und für realistische Erwartungen, wie schnell Nahrungsergänzungsmittel und Interventionen Ergebnisse zeigen können. Die Anagenphase dauert 2 bis 7 Jahre und bestimmt die maximale Länge, die Ihr Haar erreichen kann. Zu jedem Zeitpunkt befinden sich etwa 85–90 % der Kopfhaare in dieser aktiven Wachstumsphase.

Die Katagenphase ist eine kurze Übergangsperiode von etwa 2 bis 3 Wochen, während der der Haarfollikel schrumpft und sich von der Blutversorgung trennt. Darauf folgt die Telogenphase, eine Ruhephase von etwa 3 Monaten, in der das alte Haar im Follikel verbleibt, bis ein neues Anagen-Haar es herausschiebt. Normalerweise befinden sich etwa 10–15 % der Haare zu jedem Zeitpunkt in der Telogenphase, was zum Verlust von 50 bis 100 Haaren pro Tag führt – dies wird als physiologisch normal betrachtet.

Telogen Effluvium tritt auf, wenn ein deutlich höherer Prozentsatz der Haare vorzeitig in die Telogenphase gedrängt wird – typischerweise 25–50 % statt der normalen 10–15 %. Dies führt zu bemerkbarer Ausdünnung, die normalerweise 2 bis 3 Monate nach dem auslösenden Ereignis sichtbar wird, weshalb Patienten oft Schwierigkeiten haben, den Haarausfall mit seiner Ursache in Verbindung zu bringen. Häufige Auslöser sind Geburt, Crash-Diäten, schwere Erkrankungen, größere Operationen, Eisenmangel und erheblicher psychischer Stress. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass postpartaler Haarausfall, eine der häufigsten Formen, typischerweise innerhalb von 6 bis 12 Monaten ohne spezifische Intervention abklingt.

Ernährungsunterstützung kann bei der Erholung von Telogen Effluvium eine Rolle spielen. Studien weisen darauf hin, dass Eisenmangel, auch ohne manifeste Anämie, mit verstärktem Haarausfall verbunden ist. Ebenso deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass ausreichende Spiegel von Zink, Vitamin D, Biotin und Omega-3-Fettsäuren den Haarzyklus unterstützen können. Ein umfassendes Blutbild einschließlich Serum-Ferritin, Vitamin D, Zink und Schilddrüsenfunktion kann helfen, korrigierbare Mangelzustände zu identifizieren.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die meisten Interventionen mindestens 3 bis 6 Monate konsequenter Anwendung benötigen, bevor sichtbare Verbesserungen erwartet werden können, da der Haarzyklus Monate bis Jahre umspannt. Geduld ist entscheidend, und dramatische Versprechen eines schnellen Haarnachwachses sollten mit Skepsis betrachtet werden. Die Dokumentation Ihres Fortschritts mit konsistenten Fotos, aufgenommen bei ähnlicher Beleuchtung, kann helfen, objektiv zu beurteilen, ob eine Intervention wirkt.