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Evidenzbasierter Ansatz bei postpartalem Haarausfall

Last reviewed: 21. März 2026 07:02
Postpartaler Haarausfall, klinisch als Telogen gravidarum bekannt, betrifft schätzungsweise 40–50 % der Frauen nach der Geburt und ist eines der häufigsten und belastendsten Anliegen junger Mütter. Während der Schwangerschaft verlängern erhöhte Östrogenspiegel die Anagenphase (Wachstumsphase) des Haarzyklus, was zu dickerem, vollerem Haar führt, das viele Frauen bemerken und schätzen. Nach der Entbindung verursacht der rasche Östrogenabfall, dass ein großer Anteil dieser Haare gleichzeitig in die Telogenphase (Ausfallphase) eintritt, typischerweise 2 bis 4 Monate nach der Geburt.

Der Haarausfall kann in seiner Intensität beunruhigend sein – manche Frauen verlieren beim Bürsten oder Duschen ganze Haarsträhnen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass es sich dabei um das gleichzeitige Ausfallen von Haaren handelt, die während der Schwangerschaft über ihre normale Lebensdauer hinaus gehalten wurden, und nicht um einen pathologischen Prozess. In den meisten Fällen ist postpartaler Haarausfall selbstlimitierend und normalisiert sich innerhalb von 6 bis 12 Monaten, wenn sich der Haarzyklus reguliert. Bis zum ersten Geburtstag des Kindes berichten die meisten Frauen, dass ihr Haar zu seinem Zustand vor der Schwangerschaft zurückgekehrt ist, obwohl die Textur leicht abweichen kann.

Der Nährstoffbedarf während der postpartalen Phase, insbesondere für stillende Mütter, kann den Haarausfall verschärfen, wenn sich Mangelzustände entwickeln. Eisenverarmung ist aufgrund des Blutverlusts während der Entbindung besonders häufig, und Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Serum-Ferritin-Werte unter 30 ng/ml mit verstärktem Haarausfall verbunden sind. Die empfohlene tägliche Eisenzufuhr steigt für stillende Frauen auf 9 mg, und viele Ärzte empfehlen die Fortsetzung pränataler Vitamine während der postpartalen Phase, um diesen erhöhten Bedarf zu decken.

Weitere Nährstoffe, die die Haargesundheit während der postpartalen Phase unterstützen können, sind Biotin, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Zink, Folsäure und Vitamin B12. Eine ausgewogene, nährstoffdichte Ernährung, reich an magerem Eiweiß, Blattgemüse, Eiern, Nüssen und fettem Fisch, liefert die Bausteine für gesundes Haarwachstum. Stillende Mütter sollten ihren Arzt konsultieren, bevor sie ein neues Nahrungsergänzungsmittel beginnen, um die Sicherheit für Mutter und Kind zu gewährleisten, da einige Supplemente in die Muttermilch übergehen können.

Über die Ernährung hinaus spielen auch Stressmanagement und ausreichend Schlaf – obwohl mit einem Neugeborenen herausfordernd – eine Rolle für die Haargesundheit. Chronischer Schlafmangel und erhöhtes Cortisol können unabhängig voneinander zum Telogen Effluvium beitragen und den postpartalen Haarausfall möglicherweise verlängern. Schonende Haarpflegepraktiken, einschließlich der Vermeidung enger Frisuren, Minimierung von Hitzestyling und Verwendung eines grobzinkigen Kamms, können dazu beitragen, mechanischen Haarausfall während dieser empfindlichen Phase zu reduzieren. Wenn der Haarausfall länger als 12 Monate anhält oder von anderen Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Stimmungsstörungen begleitet wird, ist eine Schilddrüsenfunktionsuntersuchung angezeigt, da postpartale Thyreoiditis etwa 5–10 % der Frauen betrifft und Haarausfall verursachen kann.